Die Kunst der Genügsamkeit

Manchmal stelle ich mir die Frage: „Warum tue ich mir das alles an?“ Ein Termin hier, ein Termin da, dies noch zu machen, jenes noch zu lernen. Das fragt man sich natürlich eher selten, wenn man gerade mittendrin in Etwas ist und Spaß dabei hat. Diesbezüglich gibt es keine Frage: Fast alle diese Dinge und Beschäftigungen machen Spaß! Das ist ja auch der Grund, warum man sich etwas Spezielles gekauft hat oder ein bestimmtes Hobby begonnen hat.

Wahrscheinlich hätte ich früher etwas mehr Zurückhaltung an den Tag legen sollen. Wenn man sich nach ein paar Jahren mal wieder anschaut, was man sich für teilweise viel Geld gekauft hat, dann ist man sehr überwältigt. Diese Dinge wollen alle beschäftigt werden und Fähigkeiten wollen trainiert und geübt werden. Ganz frei nach Fight Club wie bei 4-hour workweek diskutiert. Das Beispiel mit dem Auto ist sehr einleuchtend und einfach zu verstehen.

Was ist also an dieser Stelle zu tun? Immerhin brauchen viele Leute ihr Auto. Ich im Moment weniger, da ich neben der Arbeit wohne und man auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Einkaufen kommen kann. Ein klarer Vorteil der Stadt. Man sollte sich klar machen, was man von dem ganzen Gerümpel wirklich noch braucht. Außerdem muss man sich überlegen, ob etwas Neues wirklich notwendig ist. Kann ich ohne es kein glücklicher Mensch sein?

Wie Bas Kast in der April-Ausgabe der Bild der Wissenschaft herausstellt, sind wir heute als Gesellschaft zum großen Teil unglücklicher als noch vor fünfzig Jahren. Was man vor Allem auch auf die Komplexität des Lebens heute zurückführen kann. Man ist vielleicht einfach überfordert und weiß es noch nicht einmal. Das Ziel sollte es wirklich sein Zeit für sich und die seinen zu finden und auszubauen. Das reduziert den teils unbewussten Stress im Hinterkopf und sorgt für ein zufriedeneres Dasein.

Langsam aber sicher beginne ich damit bei mir aus zu misten, teilweise rigoros, teilweise die Dinge vereinfachend. Aber mein Ziel ist es schlank zu leben, mit wenig Dingen. Diese sollten überschaubar und organisiert sein und einen nicht plötzlich vor komplizierte Probleme stellen. Eine weitere Möglichkeit sind „Mietwagen“. Man holt sich die Dinge wann man sie braucht und bringt sie dann wieder zurück. Lieber ein gesundes Netzwerk an Leuten mit denen man sich gegenseitig hilft, als ein undurchschaubares Netzwerk von Gerümpel zu Hause.

Frohe Ostern,

Cornell

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